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  • AutorenbildIsabelle Riederer

Zehn Dinge, die du über den Lamborghini Countach noch nicht wusstest

Aktualisiert: 19. Apr. 2022



Der Lamborghini Countach ist eine Legende und doch kann man von dem pfeilartigen Geschoss nicht genug bekommen. 1971 feierte der von Marcello Gandini bei Bertone entworfene Prototyp LP500 seine Weltpremiere auf dem Genfer Autosalon und war das Highlight der Messe. Drei Jahre später kamen die ersten Serienversionen, der Countach LP400, auf den Markt und sie waren genauso wild und aggressiv wie der Prototyp. Angetrieben von einem 4-Liter-V12-Motor mit 375 PS, der mit einem 5-Gang-Synchro-Schaltgetriebe gekoppelt war, erreichte der LP400 in 5,4 Sekunden 100 km/h. Kurzum: Der Countach sah nicht nur aus wie ein Geschoss, er war auch eins.



Von 1974 bis zu seiner Ausmusterung im Jahr 1990 erfand Lamborghini das Modell in Bezug auf Design, Ausstattung und Leistung ständig neu. Trotz der Unzulänglichkeiten des Countach blieb er während seiner gesamten Produktionszeit ein beliebter und begehrter Traumwagen. Aber genug davon, was wir schon immer über den legendären Supersportwagen wussten – kommen wir zu den 10 Dingen, mit denen du beim nächsten Autotreffen angeben kannst.



1. Der Lamborghini Countach rettet den Autobauer vorm Ruin


Während Lamborghini im ersten Jahrzehnt seines Bestehens ein schnelles Wachstum verzeichnete, wurde das Unternehmen Anfang der Siebzigerjahre von der weltweiten Finanzkrise getroffen. Nach dem Verkauf durch den Gründer Ferruccio Lamborghini, dem Konkurs und der Konkursverwaltung sah die Zukunft für das junge Unternehmen nicht sehr rosig aus.


In dieser Zeit der Ungewissheit war der Countach das einzige Modell, das noch nach wie vor die Herzen der Autofahrer entzündete. Wäre das Flaggschiff, der Lamborghini Miura, nicht von einem so fortschrittlichen und aufregenden Modell wie dem Countach abgelöst worden, hätten die Bemühungen zur Rettung des Unternehmens scheitern können.


2. Dieses Auto rückwärts zu parken ist ein Albtraum


Denkt man Supersportwagen, denkt man an Pferdestärken, dröhnende Motoren und auffällige Designs. Kaum einer spricht darüber, dass das Rangieren mit so einem Geschoss Nerven, Schweiss und je nach Verlauf auch Geld kostet. Rückwärts einparken mit dem Lamborghini Countach – daraus werden Horrorgeschichte gemacht. Die Heckscheibe bei der Italo-Flunder ist ungefähr so gross, wie ein Lasagne-Teigblatt, die Sicht nach hinten dementsprechend kaum vorhanden. Das rückwärts Einparken des Countach erfodert besondere Fähigkeiten. Bei geöffneter Tür muss der Fahrer halb auf der Türschwelle sitzen und die Pedale betätigen, während er sich dreht, um über das Heck des Wagens zu schauen.


3. Der Spoiler wurde auf einem Parkplatz moniert


Eines der Merkmale, die den ohnehin schon herausragenden Countach noch auffälliger machten, war der optionale Heckspoiler, der über 5000 Dollar kostete. Er wurde zum ersten Mal am «Walter Wolf Special» gesehen, der für den Besitzer des Wolf F1 Racing Teams entworfen wurde. Obwohl der Spoiler rein kosmetischer Natur war und nichts zur Leistung des Countach beitrug, gefiel er den Kunden so gut, dass die Telefone bei Lamborghini heissliefen. Das Problem: Der Spoiler war offiziell gar nicht erhältlich und wurde deshalb mit einer Handbohrmaschine auf dem Parkplatz vor der Fabrik in Sant’Agata Bolognes angebracht, während die Fahrzeuge auf ihren Transport zu den Händlern warteten.


4. Alles nur wegen einer verlorenen Wette


Ferruccio Lamborghini war sich mit den Designern einig, dass der Nachfolger des Miura noch extremer sein sollte. Wegen der drohenden Ölkrise und des schwindenden Cashflows seiner angeschlagenen Traktoren zögerte er jedoch, den LP500-Prototyp in Produktion zu bringen. Unter dem Druck der Ingenieure stimmte er der Produktion nur zu, wenn der LP500 es ohne Panne zur Targa Florio, einem berühmten Langstreckenrennen in Sizilien, schaffen würde und wieder zurück. Der LP500 schaffte dabei nicht nur die knapp 2600 km einmal den Stiefel runter und wieder rauf, sondern schnurrte auf noch tadellos vor sich hin, als Testfahrer Bob Wallace im Mai 1972 wieder auf das Fabrikgelände in der Emilia-Romagna fuhr.



5. Ein einzigartiger Name


Die meisten Lamborghini Modelle vor und nach dem Countach tragen spanische Namen, die von berühmten Kampfstieren und Stierkämpfen inspiriert sind. Eines der wenigen Modelle, das mit dieser Tradition brach, ist der Countach. Sein Name stammt aus dem Piemontesischen, einer romanischen Sprache, die im Nordwesten Italiens gesprochen wird. Countach leitet sich von dem Wort «contacc» ab, einem Ausruf der Überraschung, den vor allem Männer benutzen, wenn sie eine schöne Frau sehen. Gerüchten zufolge soll der Chef des Designstudios Bertone genau dieses Wort gesagt haben, als er den fertigen Entwurf zum ersten Mal sah.


6. Die meisten der kühnen Designmerkmale haben auch eine Funktion


Es lässt sich zwar nicht leugnen, dass die kühnen Formen des Countach den Supersportwagen aggressiver machen, doch in Wahrheit tun sie mehr als nur das. Die meisten von ihnen sind nicht nur kosmetisches Beiwerk, sondern dienen vielmehr als Hilfsmittel für das reibungslose Funktionieren der verschiedenen Fahrzeugfunktionen. So halfen die Kotflügelverbreiterungen, die mit der Einführung des LP400 S kamen, Platz für die extrabreiten Reifen zu schaffen, während die Scherentüren den Ein- und Ausstieg erleichterten. Ausserdem sorgten die Lüftungsschlitze an den Türen und den hinteren Kotflügeln dafür, dass der Motor nicht schmolz.


7. Das erste Serienfahrzeug mit Scherentüren


Wenn Justin Bieber und Co mit ihren Lamborghinis Aventadors die Strassen unsicher machen, sollten man nicht vergessen, wo alles begann. Obwohl die Ehre für das erste Auto mit Scherentüren an das Konzeptfahrzeug Alfa Romeo Carabo aus dem Jahr 1968 geht, war der Countach das erste Serienfahrzeug, das sie verwendete.


8. Extrem seltenes Fensterglas


Das Außendesign des Countach wurde von Marcello Gandini entworfen, wobei zwei Bertone-Konzepte aus den Sechzigerjahren, der Lamborghini Marzal und der Alfa Romeo Carabo, als Vorlage dienten. Eines der Merkmale, die sie alle gemeinsam hatten, war das damals neu entwickelte, leichte und blendfreie Spezialglas von Glaverbel aus Belgien. Während Porsche das belgische Spzeialglas in seinen Gruppe-4-911-Rennwagen verwendete, setzte Lamborghini sie durchgängig im Countach LP400 ein. Heutzutage sind die originalen Fenstersätze extrem selten.


9. Breit, breiter, am breitesten


Als der Countach LP400 im Jahr 1974 auf den Markt kam, rollte er auf einem Satz Michelin-Reifen - 205/70 vorne und 215/70 hinten. Der LP 400 S lief dann mit einem Satz Pirelli-Reifen vom Band – 205/50 vorne und 345/35 hinten. Um Platz für die riesigen Pirelli P7-Reifen zu schaffen, erhielt der Countach LP 400 S neben einer neu gestalteten Aufhängung auch Radhausverbreiterungen. Mit diesem neuen Satz Reifen sah der Countach endgültig wie ein strassenfressendes Ungetüm aus.


10. Der Countach war nie in einem Windkanal


Trotz seiner schlüpfrigen Form, die aussieht, als könnte er wie ein geölter Blitz durch die Luft schneiden, war der Countach so aerodyanmisch wie Billettautomat. Aufgrund von Budgetbeschränkungen war der Luxus eines ordentlichen Windkanaltests während der Entwicklung des Countach einfach nicht möglich. Spätere Tests im Windkanal ergaben einen cW-Wert von 0,42 – zum Vergleich moderne Supersportwagen von heute, haben einen cW-Wert irgendwo bei 0,2.


Bildlegende: Lamborghini Countach (1974) Credit: Lamborghini Automobili

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